Workshops für Erwachsene

Die Workshop-Angebote für Erwachsene richten sich vor allem an Gruppen. Um die Workshops möglichst auf die jeweiligen Teilnehmer abzustimmen und auf individuelle Interessen und Vorkenntnisse einzugehen, haben Sie neben Workshops zu bestimmten Themen auch die Möglichkeit, sich Ihren eigenen Workshop aus einzelnen Bausteinen zusammenzustellen. Ein Baustein umfasst einen bestimmten Themenbereich, aus dem Teilbereiche ausgewählt werden können. Inhaltlich orientieren sich die Workshops an den Vorkenntnissen der Teilnehmer.

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Workshop 1: „Orientierung am Sternhimmel“ (Dauer: 1,5 Stunden)

Im Kurs lernen Sie, markante Sternbilder wie den Großen und den Kleinen Wagen oder das Himmels-W, die Kassiopeia, am nächtlichen Sternhimmel zu erkennen und aufzufinden. Darüber hinaus erlernen und üben Sie den Umgang mit Sternkarten. Sie identifizieren den Polarstern selbständig und leiten aus seiner Position am Himmel die Himmelsrichtungen auf der Erde ab. Das Erkennen von weniger auffälligen Sternbildern wird mit Hilfe von Sternkarten eingeübt. Bei gutem Wetter findet der Workshop im Freien unter dem nächtlichen Sternhimmel statt. Bei schlechtem Wetter nutzen wir ein Klassenzimmer-Planetarium.

Workshop 2: „Welcher Stern ist das?“ (Dauer: 3 Stunden)

Der erste Teil des Workshops ist inhaltlich mit dem Workshop „Orientierung am Sternhimmel“ identisch. Darauf aufbauend lernen Sie, einzelne helle Sterne mit Hilfe von Sternkarten zu identifizieren. Sie bestimmen die Orte, an denen sich lichtschwache Objekte wie der Andromedanebel, offene Sternhaufen oder der Orionnebel am Himmel befinden. Um zu überprüfen, ob die richtigen Stellen am Himmel identifiziert wurden, spüren Sie die Objekte bei gutem Wetter mit Hilfe von Ferngläsern auf. Als Abschluss beobachten wir diese und weitere Objekte im Teleskop. - Bei schlechtem Wetter, wenn keine direkte Beobachtung möglich ist, bestimmen Sie die Lage der lichtschwachen Objekte mit Hilfe unseres Klassenzimmer-Planetariums an einem künstlichen Sternhimmel. Ob die Stellen richtig identifiziert wurden, prüfen wir anschließend im Hörsaal mit Hilfe eines Planetariumsprogramms am PC nach. Als Abschluss betrachten wir Aufnahmen dieser und weiterer lichtschwacher Objekte.

Workshop 3: „Aus Sternspektren lesen lernen I“ (Dauer: 1,5 Stunden)

Die einzige Informationsquelle, durch die wir etwas über die Sterne erfahren, ist das von den Sternen kommende Licht. Um zu verstehen, wie Sterne „funktionieren“, muss man folglich verstehen, wie Licht entsteht. Im Workshop werden die Grundlagen der Lichtentstehung vermittelt und Sie er¬fahren, was Sternspektren sind und wie man daraus Informationen über die Sterne gewinnen kann. Dabei werden physikalische Begriffe wie "der Schwarze Körper“, elektromagnetisches Spek¬trum, Anregung, Absorption, Emission und Ionisation mit Hilfe von Modellen anschaulich erklärt. Sie erfahren, wie aus „weißem Licht“ Spektren entstehen und welche Arten von Spektren es gibt. Die Spektren von Gasen (Leuchtstofflampen) und heißen Körpern (Glühlampen) betrachten und in¬terpretieren wir mit Hilfe von Handspektroskopen. Danach betrachten wir Sternspektren und fin¬den heraus, um welche Art von Spektren es sich handelt und warum sich die Spektren einzelner Sterne unterscheiden. Um diesen Aspekt zu vertiefen, identifizieren wir im Rahmen einer prakti¬schen Übung Sternspektren mit Hilfe von Vergleichsspektren und ordnen sie den verschiedenen Sterntypen zu.

Workshop 4: „Aus Sternspektren lesen lernen II“ (Dauer: 3 Stunden)

Der Workshop baut inhaltlich auf dem Workshop „Aus Sternspektren lesen lernen I“ auf. Ausgehend von dem bisher Erlernten erfahren Sie, dass man die in den Sternspektren auftretenden „charakteristischen Linien“ dazu nutzen kann, um ein Schema zur Klassifizierung von Sternen zu erstellen. Dieses Schema wird in einer weiteren praktischen Übung dazu benutzt, um anhand der Spektren zweier Sterne herauszufinden, um welche Sterntypen (Spektraltypen) es sich handelt. Zum Abschluss diskutieren wir, wie man „normale Sterne“ anhand ihrer Spektren von Roten Riesensternen unterscheiden kann und was man daraus über den Aufbau der Sterne erfährt.

Workshop 5: „Stern ist nicht gleich Stern“ (Dauer: 1,5 Stunden)

Dass Sterne nur zufällig in Gruppen am Himmel stehen und sich deutlich voneinander unterscheiden, wird im Workshop anschaulich vermittelt. Dabei dienen Styropor-Kugeln als Modelle, die durch ihre Größe die einzelnen Sterntypen repräsentieren. Sie erfahren, dass Sterne aufgrund ih¬rer Größe und Entfernung unterschiedlich hell am Nachthimmel erscheinen. Dass die Sterne, die zu einem Sternbild zusammengefasst sind, nur scheinbar nahe beieinander stehen, wird mit Hilfe eines „3D-Sternbilds“ dargestellt. Ein weiterer Aspekt des Workshops ist, dass mit den unter¬schiedlichen Größen der Sterne auch unterschiedliche physikalische Eigenschaften verbunden sind. Zum Schluss wird am Beispiel der Sonne veranschaulicht, wie drastisch sich Sterne am Ende ihres Lebens verändern.

Workshop 6: „Der Lebensweg der Sterne“ (Dauer: 3 Stunden)

Der Workshop ist inhaltlich als Erweiterung und Vertiefung des Workshops „Stern ist nicht gleich Stern“ konzipiert und baut auf diesem auf. Ausgehend von dem Grundwissen über die Verschiedenheit der Sterne erstellen wir mit Hilfe von Daten verschiedener Sterne ein „Hertzsprung-Russel-Diagramm“. Anhand des Diagramms wird aufgezeigt, dass es erst mit seiner Hilfe möglich wurde, die Eigenschaften und den Lebensweg der unterschiedlichen Sterntypen zu verstehen und nachzuzeichnen.

Workshop-Bausteine

  1. Geschichte der Landessternwarte Heidelberg

    Anfänge der astronomischen Forschung im Rhein-Neckar-Raum, die bis ins 18. Jahrhundert zurückreichen, mit Besichtigung von Teleskopen aus unterschiedlichen Epochen 
  2. Orientierung am Sternhimmel

    Abends bei gutem Wetter im Freien, bei schlechtem Wetter und tagsüber im "Klassenzimmerplanetarium" oder mit Hilfe eines Planetariumsprogramms für den PC (auch kombinierbar) 
  3. Abendbeobachtung (nur bei gutem Wetter!)

    Beobachtung verschiedener Himmelsobjekte mit dem Teleskop
  4. Thema "Sonnensystem"

    Was ist ein Planet, Was ist ein Stern, Größe der Planeten und der Sonne sowie Entfernungen im Sonnensystem (Planetenweg), Eigenschaften der Körper im Sonnensystem, Zusammensetzung, Unterschiede, Entstehung, Exoplaneten 
  5. Thema "Sterne"

    Was ist ein Stern, Sind alle Sterne gleich groß oder gleich hell, Eigenschaften von Sternen (Größe, Farbe, Helligkeit, Masse), Entfernungen, Alter, Lebensdauer, Entwicklung, Endstadien (Weiße Zwerge, Neutronensterne, schwarze Löcher), Hertzsprung-Russel-Diagramm

    Praktische Übung zum Hertzsprung-Russel-Diagramm 
  6. Thema "Milchstraße"

    Aufbau der Milchstraße, Sternpopulationen, interstellare Materie, Sternhaufen, dunkle Materie, Zentrum der Milchstraße, zentrales schwarzes Loch

    Praktische Übung zur Rotationskurve der Milchstraße: Was beschreibt die Rotationskurve der Milchstraße, wie kommt sie zustande, warum weicht sie von der erwarteten Kepler-Rotation ab?

  7.  Thema "Galaxien"

    Unterschiedliche Galaxienarten (Spiralgalaxien, Balkenspiralen, elliptische Galaxien, irreguläre Galaxien), Galaxienhaufen, großräumige Struktur des Universums

    Praktische Übung: Identifikation verschiedener Typen von Galaxien 
  8. Thema "Spektroskopie"

    Vom weißen Licht zum elektromagnetischen Spektrum, Entstehung von Licht (Anregung, Emission und Absorption, Temperaturstrahler) Wärmestrahlung, Schwarzer Körper, Strahlungskurven, Lichtzerlegung durch ein Prisma oder Gitter (Farben, Wellenlängen Frequenzen), verschiedene Arten von Spektren (kontinuierliche Spektren, Emissions- und Absorptionsspektren), elektromagnetische Spektren von Sternen und was wir daraus über die Sterne lernen können

    Praktische Übung: Sternspektren mit Hilfe von Vergleichsspektren oder mittels eines Klassifikationsschemas selbst identifizieren (auch am PC möglich, dafür aber ausreichende Zahl von Laptops erforderlich) 
  9. Thema "Finsternisse"

    Sonnen- und Mondfinsternisse, Entstehung von Finsternissen, Häufigkeit von Finsternissen, Wann kann man sie beobachten, Gibt es auch auf den anderen Planeten im Sonnensystem Finsternisse, "Merkur-" und "Venus-Durchgänge", Bestimmung der Astronomischen Einheit (Abstand Erde-Sonne), Bewegung der Jupitermonde, "Finsternisse" als Nachweismethode für Exoplaneten 
  10. Thema "Entfernungen im Weltraum"

    Methoden zur Entfernungsbestimmung (Sternparallaxe, Sternhelligkeiten, Lichtwechsel von veränderlichen Sternen, Eigenschaften von Galaxien, Supernovae, kosmologische Rotverschiebung), Entfernungsleiter

    Praktische Übung zur Bestimmung einer Sternparallaxe
    Praktische Übung zur Bestimmung der Entfernung des Andromedanebels mit Hilfe der Datenbank des German Astronomical Virtual Observatory, GAVO (ausreichende Zahl von Laptops erforderlich) 
  11. Spezialthemen bei besonderen Himmelsereignissen (auf Anfrage)